StartVerkehrte Welt: Abtreibung ja, Verhütung nein - Borngräber greift Anliegen von Eheberatern auf

Verkehrte Welt: Abtreibung ja, Verhütung nein - Borngräber greift Anliegen von Eheberatern auf

Informierten Ralf Borngräber (rechts): Hartmut Ladwig und Sabiene Kuhne.

Informierten Ralf Borngräber (rechts): Hartmut Ladwig und Sabiene Kuhne.

11. März 2010

Rotenburg. Der Landtagsabgeordnete Ralf Borngräber (SPD) hat sich zu einem Hintergrundgespräch mit Hartmut Ladwig und Sabine Kuhne von der evangelischen Lebensberatung in Rotenburg getroffen. Themen waren das Projekt Wellcome, die kreisweite Arbeitsgemeinschaft in Sachen Schwangeren- und Konfliktberatung sowie die Finanzierung von Verhütungsmitteln für Hartz-IV-Empfänger.

Kuhne koordiniert das Projekt Wellcome im Kirchenkreis Rotenburg seit 2008. Ziel ist, Mütter in der ersten Phase nach der Geburt zu Hause zu entlasten. Zwölf bis 15 ehrenamtliche Helferinnen stehen bereit, um im Haushalt zu helfen, eifersüchtige Geschwister gut zu betreuen oder mit dem Kinderwagen spazieren zu gehen – ganz nach den Wünschen und Bedürfnissen der jeweiligen Familie. Leider hätten vor allem bildungsfernere Eltern eine Scheu, sich Hilfe ins Haus zu holen, berichtete Kuhne. Die Hoffnung ist, dass sich das durch gute Erfahrungen und Mund-zu Mund-Werbung mit der Zeit ändert.
 

Seit einem Jahr tauschen sich die Träger der Schwangeren- und Konfliktberatung im Kreis Rotenburg in einer Arbeitsgemeinschaft aus. Beteiligt sind die kirchlichen Beratungsstellen in Rotenburg und Bremervörde, Pro Familia sowie das Jugend- und das Gesundheitsamt. Ein Resultat der Zusammenarbeit ist eine Initiative mit dem Ziel, dass Bedürftigen künftig Verhütungsmittel wieder finanziert werden.


Bis zur Umstellung auf Hartz-IV konnten Sozialhilfeempfängern solche Beihilfen gewährt werden. Nach geltendem Recht ist das nun für ALG-II-Empfänger nicht mehr vorgesehen – Abbrüche hingegen werden übernommen. „Für diese Menschen ist es also billiger, ein Kind abzutreiben, als zu verhüten. Ein Unding“, kommentierte Borngräber. Nicht für alle Paare kämen vergleichsweise günstige Kondome oder die Pille infrage. Von Hartz-IV-Sätzen eine Spirale oder eine Sterilisation anzusparen, sei jedoch kaum möglich. Der Abgeordnete sagte zu, Fachpolitiker auf Landes- und Bundesebene auf den Missstand hinzuweisen.
 


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